Warum mich systemisches Denken begeistert
Es gibt Ideen und Konzepte, die uns infizieren, verwirren, zum Nach- und Umdenken zwingen und aus denen wir nicht mehr herauskommen, wenn wir ihnen einmal begegnet sind. Für mich gehört dazu das systemische Weltbild.
Dieses beschreibt, wie man die ganze Welt als System verstehen kann, das unendlich viele (Unter-)Systeme enthält, die alle miteinander verbunden verschränkt oder strukturell gekoppelt sind - wie immer man das bezeichnen möchte. Und all diese Systeme wechselwirken aufeinander, mehr oder weniger.
Der Mensch ist auch so ein System: ein lebendiges Gesamtsystem mit vielen Teilsystemen und Untersystemen, eingebettet in sein eigenes
Beziehungssystem und sein soziales, natürliches und kulturelles Umfeld. In dieser Betrachtung eröffnet sich ein völlig neues Verständnis vom Menschen,
seiner Psyche, seinem Denken und Verhalten.
Für mich als Coach bedeutet das z. B., dass ich Coachingthemen wie z. B. Stress oder Resilienz nicht mehr isoliert betrachten kann. Der Blick weitet sich.
und bezieht Beziehungsmuster, Wechselwirkungen und Kontexte mit ein.
Im systemischen Denken werden z. B. Krisen und Konflikte eines Klienten nicht nur als schwierige Ereignisse gewertet, sondern als Symptome von Dysfunktionen im zugehörigen System begriffen und damit auch als Chance für eine strukturelle Verbesserung seines Gesamtzustandes verstanden. Im systemischen Coaching werden auch positive Veränderungen, neue Verhaltensmuster, Strategien und Lösungsschritte im sogenannten "Öko-Check" auf ihre nachhaltige Auswirkung im Gesamtsystem und im sozialen Umfeld überprüft. Dazu ein Beispiel: Hat ein gutes Coaching zu mehr Selbstsicherheit, Entscheidungsfreude und Durchsetzungsvermögen einer Klientin geführt, sollte gecheckt werden, wie sich das möglicherweise auf Partnerschaft und berufliches und soziales Umfeld auswirkt. Was für Klienten zunächst positiv erscheinen mag, führt evtl. zu Irritationen oder Konflikten äußerer Systeme.
In diesem Beitrag möchte ich einen Überblick zu Grundlagen, Theorien, Methoden und den Pionieren der systemischen Veränderungsarbeit anbieten. Hier werden Methoden beschrieben, Unterschiede zu anderen Modellen verständlich und praxisnah dargestellt und es wird gezeigt, welche Möglichkeiten die systemische Arbeit bietet und wie sie andere Methodiken ergänzt.
✅ Kurz gesagt: Das systemische Weltbild inspiriert mich, weil es eine lebendige Brille ist. Es macht klar, warum wir bestimmte Muster immer wieder einsetzen, weshalb Strategien in einem Kontext funktionieren und in einem anderen nicht. Klarer wird auch, wo verborgene Muster wirken oder welche Interventionen die Systembalance wiederherstellen können.
Aus systemisch-konstruktivistischer Sicht ist das jedoch anders. Hier erleben wir Wirklichkeit als einen Prozess, den wir selbst führen,
Erfahrungen genutzt und welche Verhaltensmuster eingesetzt werden. So können wir die Welt erleben, empfinden und uns bewusst verhalten.
und Entscheidungsproblemen melden?
Da kann man Anteile wie den inneren Kritiker, den Antreiber, das innere Kind, den kreativen Anteil, den inneren Wächter oder viele andere identifizieren.

die bekannte "Heidelberger Schule",
die maßgeblich die systemische Methodik im Land geprägt hat.
NLP wurde von dem Mathematiker Richard Bandler (Bild) und dem Linguisten John Grinder u. a. in den 1970er-Jahren in Palo Alto entwickelt. Sie wurden
Dabei von Gregory Bateson gefördert Sie definierten NLP als "das Studium über die Struktur subjektiver Erfahrung".
Neue Ideen zur Ausweitung von NLP hat auch die promovierte Psychotherapeutin Connirae Andreas (Bild) zusammen mit ihrem Mann Steve Andreas
eingebracht. Bekannt ist vor allem die wunderbare Technik der Core-Transformation und ihre Methode "The Wholeness Work", die Selbstbetrachtung aus
verschiedene Ebenen des Selbst ermöglicht Beide Techniken können zu sehr tiefen und intensiven seelischen Prozessen, zu innerer Balance, Ruhe und Gelassenheit
führen können.
Jede Person hat in diesem System eine feststehende Position, einen exakt definierten Ort.
Dagegen sind die Problemursachen irrelevant für den Veränderungsprozess.
Der erfolgt nach ihrer Ansicht in kleinen Schritten. Fokussiert wird dabei auf das, was funktioniert, und auf positive Ausnahmen im Problemkontext. Dazu reichen wenige relevante Informationen aus.
Entscheidend ist dabei, dass der Klient erkennt, dass er in unwillkürlichen Prozessen, einer Art Selbsthypnose (Problemtrance), seine Gestaltungsspielräume einengt
und selbst die Problemsymptomatik erzeugt, unter der er leidet. Gleichzeitig geben die Symptome oft metaphorische Hinweise auf Lösungsmöglichkeiten
Der Therapeut kann die Mitteilungen des Klienten für eine "Lösungstrance" nutzen und zielgerichtete Autosuggestionen anstoßen, die Wahlmöglichkeiten erkennbar machen.
und Naturwissenschaften auf einzigartige Weise. Seine Forschungen umfassten Anthropologie, Ökologie, Naturphilosophie, Erkenntnistheorie, Lerntheorie,
Bateson gilt als Mitbegründer der Systemtheorie und Kybernetik und wird oft als Vater der systemischen Therapien bezeichnet.
Heinz von Foerster (*1911-2002) ist ein österreichischer Physiker, Kybernetiker und Philosoph und Mitbegründer des radikalen Konstruktivismus.
Er lehrte als Professor für Biophysik und forschte an seinem Biological Computer Laboratory (unter anderem mit dem Mathematiker Norbert Wiener, dem Gründer der Kybernetik,
und dem Erfinder des Computers John von Neumann). Natürlich hatte er auch enge Verbindungen zu Bateson und Watzlawick. Von Foerster war ein vielseitiger Forscher,
Denker und kreativer Querdenker. In "Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners" verrät er viel über seine Denkweise, ein lesenswertes Buch.
erarbeitet. Beide haben gemeinsam, dass sie Österreicher sind und nach dem Krieg in die USA auswanderten.
Als Philosoph und Kommunikationswissenschaftler hatte er natürlich auch Kontakt mit der Palo-Alto-Gruppe.
Er hat sich wie von Foerster mit dem Realitätsbegriff, Musterverarbeitung und kognitiven Prozessen auseinandergesetzt. Objektive Wahrheit gibt es
für ihn nicht, er betont stattdessen die Bedeutung von Viabilität: Das bedeutet, dass etwas real ist, wenn es brauchbar oder nützlich ist und vor allem, wenn es funktioniert.
Was sich im praktischen Handeln bewährt und Probleme löst, hat besondere Bedeutung.
Diese Zitate sprechen für sein konstruktivistisches Denken:
Sie findet Anwendung in den Natur- und Geisteswissenschaften, etwa in Biologie, Psychologie, Therapie, Coaching, Organisationsentwicklung oder Kommunikationswissenschaft.
Kern des Ansatzes ist die Abkehr vom linearen Ursache-Wirkungs-Denken. Entwicklungen werden nicht als eindimensionale Abfolge, sondern als Ergebnis von Wechselwirkungen
in zirkulären Prozessen verstanden. Systeme werden daher als Ganzheiten betrachtet, deren Eigenschaften sich nicht allein aus der Summe der Einzelteile erklären lassen.
Mit diesem Metakonzept eröffnete die Systemtheorie neue Möglichkeiten, Dynamiken in Familien, Gruppen, Organisationen oder Gesellschaften zu beschreiben und zu verstehen.
dass Menschen ihre Wirklichkeit nicht "vorfinden", sondern aktiv konstruieren. Realität entsteht durch individuelle Wahrnehmung, Interpretation und soziale Kontexte.
Objektive Wahrheit im strengen Sinn gibt es demnach nicht, sondern vielfältige subjektive Wirklichkeiten, die durch persönliche Erfahrungen, Wissen, Überzeugungen und
kulturelle Einflüsse geformt sind. Sprache und Kommunikation spielen dabei eine zentrale Rolle. In Pädagogik, Psychotherapie und Coaching eröffnet dieser Ansatz neue
Perspektiven: Veränderung entsteht nicht durch das Vermitteln einer "richtigen" Sichtweise von außen, sondern durch die individuelle Konstruktion neuer Bedeutungen.
Der Konstruktivismus macht so deutlich, dass Unterschiedlichkeit und Perspektivenvielfalt wertvolle Ressourcen sein können.
Kommunikation und Selbstorganisation in lebenden Organismen, technischen Systemen sowie in sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen.
Ein zentrales Prinzip ist das Konzept der Rückkopplung: Systeme regulieren ihr Verhalten durch Rückmeldungen und passen sich dadurch an veränderte Bedingungen an.
Dieser Gedanke prägt nicht nur Technik und Informatik, sondern auch das Verständnis von Lern- und Veränderungsprozessen im menschlichen Handeln.